KAUFMÄNNISCHE LEHRANSTALTEN | Berufsbildende Schulen für Wirtschaft und Verwaltung

Qualitätsmanagement und Schulentwicklung

Überblick

Qualitätsmanagement (QM) an den KLA Bremerhaven blickt auf eine jahrzehntelange, erfolgreiche Tradition zurück – damals hieß es nur anders.
Kolleginnen und Kollegen an unserer Schule vermittelten intensiv Lerninhalte und förderten Fähigkeiten, um gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern gute und sehr gute Noten in schulischen und Kammerprüfungen zu erzielen und sie in vielfältiger Weise auf die beruflichen Herausforderungen und einen erfolgreichen Einsatz in der kaufmännischen Arbeitswelt vorzubereiten – die modernen Fachbegriffe sind output und outcome. Dies geschah auf eher individuelle, noch nicht so systematische Weise und wurde von den Lernenden daher mit den Namen aus dem Kollegium verknüpft.

Die Sicherung der Qualität von Unterricht einerseits und seiner Ergebnisse andererseits ist also an unserer Schule zentrale Aufgabe, die seit Jahrzehnten vom gesamten Kollegium der KLA wahrgenommen wird. Die intensive Vorbereitung und Durchführung von Tests, Klassenarbeiten, Zwischen- und Abschlussprüfungen führen zu qualifizierten Schul- und Berufsabschlüssen, die im Berufsschulbereich zusammen mit der Industrie- und Handelskammer sowie der Kreishandwerkerschaft Bremerhaven-Wesermünde erreicht werden. 
Schülerinnen und Schüler entwickeln ihre Fähigkeiten in der Auseinandersetzung mit dem Unterrichtsstoff, im Rahmen von Projekten, in Teamarbeit und durch die Präsentation von Einzel- und Gruppenergebnissen. 
All diese Dinge sind und bleiben eine gemeinsame Herausforderung und Daueraufgabe, damit wir unseren Schülerinnen und Schülern sehr gute Qualifikationen vermitteln und ihnen damit bessere Chancen auf einem sich schnell wandelnden Arbeitsmarkt verschaffen.

Schneller Wandel bedeutet für unsere KLA, dass die Voraussetzungen und der Ablauf von Lernen ständig überprüft werden müssen. Schülerinnen und Schüler von heute lernen eventuell anders als früher, ihr Vorwissen und ihre Lernvoraussetzungen mögen anders sein - was gestern noch als bester Weg galt, um Lernen zu fördern, kann heute zu Problemen führen.

Hilfreich und notwendig bei der Bewältigung dieser Herausforderungen ist ihre systematische Erfassung und Auswertung und dies geschieht im Rahmen eines Qualitätsmanagements. Während in der Vergangenheit der Blick fast nur auf die „Produkte und Dienstleistungen“, also die erzielten Endergebnisse und Qualifikationen gerichtet war, wird jetzt zusätzlich der Prozess der Leistungserstellung betrachtet.

An den KLA haben wir uns mit zwei Systemen auseinander gesetzt, die im Folgenden näher erläutert werden  – QVP (Qualitätsverbesserungsprozess) und Q2E (Qualität durch Evaluation und Entwicklung)

Qualitätsmanagement und Schulentwicklung

Leitung: Herr Winters

Telefon: 0471 39135 30
Telefax: 0471 39135 59

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QVP

Qualitätsverbesserungsprozess (QVP)

Qualitätsverbesserungsprozess

Der Einstieg in ein systematisches, landesweit einheitliches QM-System in berufsbildenden Schulen im Lande Bremen erfolgte 2003 im Rahmen von QVP (Qualitätsverbesserungsprozess), einem bis 2007 befristeten Projekt von Schulen in Bremen und Bremerhaven mit der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) und den Unternehmensverbänden im Land Bremen; das Ziel war eine systematische Verbesserung von Schulqualität.

Am Anfang des Qualitätsverbesserungsprozesses an den KLA stand das zustimmende Votum der Gesamtkonferenz zu dem Projekt sowie die Bildung einer Steuergruppe, die die Umsetzung der an der Schule geplanten Maßnahmen verantwortlich begleitete.

Schulen sollten in die Lage versetzt werden, selbst ihre Leistungen zu überprüfen und einzuschätzen. Nach der eigenen Definition von Zielen und Kriterien erfolgte eine Ist-Analyse (Evaluation), die Stärken und Schwächen offen legte. In den Bereichen, in denen die Resultate nicht zufrieden stellend waren, wurden auf der Grundlage der ermittelten Ergebnisse Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität entwickelt und umgesetzt. Schließlich erfolgte die Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen und der Kreis schloss sich hier. 
Bei der Definition von Zielen, Kriterien, der Erstellung der Fragebögen und ihrer Auswertung erhielten die Schulen Hilfe durch Teamer der sdw, durch Fortbildungsmaßnahmen (Workshops) und durch Erfahrungsaustausch zwischen den beteiligten Schulen und Unternehmen.

Die Qualität des Unterrichts, die Qualität des Lebensraums Schule/Klasse, die Qualität von Schulpartnerschaften und Außenbeziehungen der Schule, die Qualität des Schulmanagements (Leitung/Organisation) und die Qualität von Professionalisierung und Personalentwicklung waren die wichtigsten Qualitätsbereiche dieses Projektes und sie gelten noch heute.

 

Zusammenarbeit von Wirtschaft und Schule

Die direkte Kooperation von Schulen und Unternehmen ist eine tragende Säule des QM, bei der Schulen vom Erfahrungswissen der Unternehmen im Qualitätsmanagement profitieren können. Beim QVP-Projekt war die Unternehmung EUROGATE Kooperationspartner der KLA und als Ansprechpartner in den Prozess eingebunden.

 

Projektziele an den KLA

Die KLA bieten verschiedene Vollzeit- und Teilzeitbildungsgänge im Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung an. Um sicherzustellen, dass die gesamte Schule von QVP profitieren, legte die Steuergruppe ihr Hauptaugenmerk auf Aspekte, die für alle Schulzweige gleichermaßen relevant sind.

Als Vorhaben wurde gewählt, die Leistungsbereitschaft und das Sozialverhalten der Schülerinnen und Schüler zu untersuchen und zu verbessern. 
 

Datenerhebung

In der Zweijährigen Höheren Handelsschule (der größten Vollzeitschulart an den KLA) und in der Teilzeitberufsschule Einzelhandel (Pilotschulen dieses Projekts) wurden 2004 und 2005 zwei Fragebogenaktionen (jeweils ca. 450 Schülerinnen und Schüler beteiligt) durchgeführt, die überraschend positive Ergebnisse in Bezug auf Klassenklima, Umgang miteinander, Erlernen und Einsatz von Unterrichtsmethoden sowie Gewaltfreiheit ergaben. (Einen Einblick in den Fragebogen gewinnen Sie über hier.)

Andererseits waren die häufig fehlende Motivation und die geringe Leistungsbereitschaft vieler Schülerinnen und Schüler Ansatzpunkte für Maßnahmen. Neben einer eher geringen Identifikationsbereitschaft mit der KLA als Schule galt (und gilt) es einem zum Teil schwach ausgeprägten Sozialverhalten gegenzusteuern.

 

Maßnahmen

Um die Identifikation der Schülerinnen und Schüler mit den KLA insgesamt zu verbessern, wurde u. a. im Herbst 2005 (nach 11-jähriger Pause) ein Schulfest gefeiert.

Am 14. Oktober 2005 stellten Absolventinnen und Absolventen der 2HH für die neuen 2HH-Schülerinnen und -Schüler im Rahmen einer Informationsveranstaltung dar, welchen Nutzen ihnen ihre 2HH-Ausbildung bzw. der Schulabschluss für ihre Ausbildung gebracht hat. Die Ansprüche und Wünsche zukünftiger Arbeitgeber erläuterte dabei der Ausbildungsreferent der Sparkasse Bremerhaven, Herr Moskalenko. Diese Veranstaltung fand so großen Anklang, dass sie in Zukunft regelmäßig stattfinden soll.

2005 wurden auch die Berufsfachschule Wirtschaft und Handelsschule (Vollzeit) sowie die Teilzeitberufsschule Spedition (Satellitenschulen) in den Prozess einbezogen. Das bedeutete, dass die mit den Pilotschulen (2HH und Einzelhandel) durchgeführten Fragebogenaktionen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse für weitere Schulbereiche nutzbar gemacht wurden.

Q2E

Qualität durch Evaluation und Entwicklung (Q2E)

 

Q2E (Qualität durch Evaluation und Entwicklung/QEE) ist ein in der Schweiz speziell für Schulen entwickeltes Qualitätsmanagementsystem. Im Bundesland Bremen wird es inzwischen unter dem Kürzel QEE geführt (aus markenschutzrechtlichen Gründen)

Im Jahr 2005 verständigten sich alle berufsbildenden Schulen in Bremen und Bremerhaven darauf, Q2E als gemeinsames QM-System einzuführen. An den KLA erfolgte zunächst die Information der Gesamt- und Schulkonferenz, danach wurde eine weitere Steuergruppe gebildet.

Um die Einführung an der Schule zu erleichtern, begleiteten externe Q2E-Experten durch regelmäßige Workshops, Schulungen und individuelle Beratung die Umsetzung in die Praxis über einen Zeitraum von drei Jahren. 
Q2E/QEE versteht sich als Lernsystem, das auf Selbstbewertung sowie dem Aufbau einer Feedback-Kultur basiert. Feedback bedeutet Rückmeldung an eine handelnde Person (unterrichtendendes Personal und Schulleitung) über die Wirkung ihrer Handlung, damit sie überprüfen kann, ob die mit der Handlung verbundenen Absichten auch umgesetzt wurden.

Im Q2E/QEE-System erfolgt die Professionalisierung oder Verbesserung durch Kommunikation: Unterschiedliche Wahrnehmung soll sichtbar und das Verständnis für Sehweisen anderer systematisch in den Lehr-/Lernprozess einbezogen werden.

Persönliche Qualitätsentwicklung wird durch Individualfeedback (Rückmeldung) gefördert. Möglich sind Schülerfeedback, kollegiales Feedback und Feedback der Schulleitung auf verschiedene Art und Weise.

Auf der Ebene der Schule fördert Selbstevaluation (die Erhebung und Auswertung von Daten in eigener Regie und Verantwortung) die Schulentwicklung durch die systematische Sammlung, Auswertung und Interpretation von Daten und liefert Fakten zur Schulqualität. Hierdurch erhalten wir eine Entscheidungsgrundlage und Steuerungswissen. Damit  können Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit überprüft werden. 
Eine (mögliche) externe Evaluation, die sich auf die selbst gesetzten Maßstäbe bezieht, gewährleistet eine klare Standortbestimmung.

An den KLA erprobten wir zu Beginn verschiedene Feedback-Varianten und legten danach gemeinsam im Kollegium fest, welche „Steuerungsinstrumente“ für unsere Schule verbindlich ausgewählt wurden – für unseren sogenannten „Werkzeugkoffer“.

Gleichzeitig arbeitet seit 2005 die Steuergruppe an der Gliederung und Gestaltung unseres Qualitätshandbuches, welches das Qualitätsleitbild der KLA sowie Details zu allen Q-Steuerungsprozessen enthält und dokumentiert. 

Arbeitsschwerpunkte/ Themen

Arbeitsschwerpunkte / Themen

 

Im Laufe der  letzten zehn Jahre ist QM ein selbstverständlicher Bestandteil unserer Schule geworden.

Zunächst ging es noch um die Einführung und Verankerung von Feedbackprozessen. Feedback durch Schülerinnen und Schüler wird inzwischen von allen Kolleginnen und Kollegen zweimal im Jahr bzw. im Halbjahr eingeholt, kollegiales Feedback wird durch Unterrichtsbefreiung unterstützt und der Schulleiter holt sich ebenfalls Feedback aus dem Kollegium ein.

Das von der Q-Gruppe und dem Kollegium erstellte Q-Handbuch beschreibt unser Qualitäts-Leitbild (Prozessqualitäten von Schule und Unterricht), weitere übergeordnete Leitziele, außerdem Ziele, Grundsätze, Konzepte und Organisation von QM. Wichtige Prozessabläufe umfassen z. B. Schul- und Unterrichtsentwicklung, Beschwerdewesen, schulinterne Mentorate sowie externe und interne Weiterbildung. Die Dokumentation eingesetzter Instrumente des Lernenden- und Lehrenden-Feedbacks sowie Evaluationsergebnisse schließen sich an.

Ab 2009 wurden in der Q-Gruppe viele Vorschläge und Maßnahmen diskutiert und angeschoben, die auf konkrete Verbesserungen an unserer Schule abzielten. Der Fokus lag oft auf Entlastungsmöglichkeiten für die Beschäftigten: dazu zählten Konzepte der digitalen Zeugniserstellung, neue Raumkonzepte für Klassenräume und Lehrerzimmer, das digitale Schwarze Brett, die Schulentwicklungsplanung in Zusammenarbeit mit dem LehrerInnen-Ausschuss (Personalausschuss), Planungen für eine größere Autonomie der Schule (Entwicklung als regionales Kompetenzzentrum), das Schulimage.

2011 organisierten wir einen Fachtag zur Zukunft der beruflichen Schulen in Bremerhaven und  befragten alle Schülerinnen und Schüler zum Schulimage der KLA.

Ab 2012 ging es um die Bildung von Teams als generelle Entlastungsmöglichkeit, die Wirkung von Q-Prozessen auf berufliche Schulen im Lande Bremen und die KLA in Bremerhaven.

2013 regte die Hattie-Studie zu Diskussionen über den Einfluss von Lehrpersonen an; für das digitale Klassenbuch wurden verschiedene Software-Lösungen diskutiert und ein Probelauf im Bankbereich (Bankkaufleute) getestet.

2014 standen Raumkonzepte (u.a. die Diskussion eines Ruheraums), bzw. Müllvermeidungskonzepte im Fokus (KLAr-Schiff-Aktionen zur Müllvermeidung), außerdem Aktionen zur Corporate Identity (einheitlicher Klassenarbeitskopf, Einsatz von Werbeartikeln).

2015 entstand das Einarbeitungskonzept für neue Kollegiumsmitglieder, denen auf wenigen Seiten eine schnelle Orientierung an unserer Schule ermöglicht wird. Die ausführlichen Informationen finden sich im Kollegiumshandbuch, das neu überarbeitet und digitalisiert seit Beginn des Jahres 2016 vorliegt.

2016 erfolgte ein Neustart in der Q-Gruppe mit interessierten Kolleginnen und Kollegen. Das erste Projekt, die Aufstellung einer IDEENBOX für Änderungswünsche und Kritik, wurde sehr gut angenommen; die intensiven Diskussionen über die verschiedenen Wünsche und Vorschläge und mögliche Lösungen führten zu Maßnahmen, die Details im Schulalltag und die Kommunikation generell verbessern.

2017 startete die Kooperation mit dem JIB „Jeder ist Besonders“ sowie die Vorbereitung einer im August 2018 geplanten Schulinternen Fortbildung für das Kollegium, in dem Fragen eines Leitbildes unserer Schule und deren zukünftige Ausrichtung im Bildungssystem im Mittelpunkt stehen.