KAUFMÄNNISCHE LEHRANSTALTEN | Berufsbildende Schulen für Wirtschaft und Verwaltung

Was macht die KLA zur UNESCO-Projektschule?

Die Kaufmännischen Lehranstalten Bremerhaven (KLA) sind 2012 von der UNESCO in Paris vollständig als UNESCO Schule anerkannt worden. Was macht diese Schule so „bunt“?

Die KLA bildet in einem dualen System der Berufsausbildung ca. 1200 Auszubildende diverser Unternehmungen in fast allen kaufmännischen Berufsbildern an zwei Berufsschultagen aus.

In einem Vollzeitsystem werden außerdem ca. 500 Schüler(inne)n in ein- bis  dreijährigen Bildungsgängen auf das Berufsleben vorbereitet und dabei mit dem Mittleren Schulabschluss oder dem theoretischen Teil der Fachhochschulreife ausgestattet oder auf dem Beruflichen Gymnasium zur Allgemeinen Hochschulreife geführt. Die vollschulische Berufsausbildung zu Wirtschaftsassistent(inn)en sowie eine Fremdsprachenschule als berufliche Vollausbildung zu Fremdsprachenkorrespondent(inn)en komplettiert dieses vielfältige Angebot der beruflichen Qualifizierung.

Berufsorientierungskurse (BOK) betreiben mit Schüler(inne)n z. B. mit der Methode des "learning by doing" die  KLA-Cafeteria. Das trägt zum Wohlfühlen und zur Kommunikation an der Schule bei. In den Sprachkursen für Zugewanderte kann am Ende des 2. Jahres die erweiterte Berufsbildungsreife erworben werden sowie im Laufe der Ausbildung auch die Teilnahme am Deutschen Sprachdiplom erfolgen.

Weit über die Grenzen der Stadt sind die Kaufmännischen Lehranstalten Bremerhaven durch die Umsetzung der Systemik des "Selbstorganisierten Lernens" (SOL) in verschiedenen Bildungsgängen der Berufsschule und der Vollzeitschule bekannt geworden.

Sportliche Aktivitäten vielfältiger Art werden sowohl im Regelunterricht, als Wahlpflichtkurse sowie im Rahmen des Betriebssports (Fußball, Volleyball) oder besonderen Events (Drachenbootrennen) ebenso permanent kultiviert.

Inklusion im gelebten Schulalltag ist eine Herzensangelegenheit der Schule. Seit vielen Jahren sind im Unterrichtsgeschehen Inhalte zum friedvollen Miteinander sowie transkulturelle Lernangebote und Projekte obligatorisch. Dazu wurden u.a. 10 Thesen zum friedlichen Miteinander für die Schulfamilie entwickelt. Die KLA legen Wert auf eine Schulkultur, in der Schüler(inne)n aus anderen Herkunftsländern interdisziplinär als auch in einzelnen Pausenaktionen die jeweiligen Traditionen im Bereich Kunst und Kultur darstellen können. So wurden in der Vergangenheit Kinder aus Gomel/Weißrussland zu Musik und Tanz eingeladen. Didgeridoo-Spieler und afrikanische Trommler wechselten sich mit jungen türkischen und albanischen Rappern und jungen Sinti-und Roma Break-Dancern zu vielfältigen Aktivitäten ab.

Im Rahmen des Projektes „JIB“ (Jeder ist Besonders) haben die KLA mit 4 weiteren Schulen aus der Region, gefördert von der Bertelsmann-Stiftung, das Thema Inklusive Schule und Schulentwicklung auf der Agenda.

Interreligiöse Vernetzungen gehören zum Selbstverständnis der Schule und wurden u. a. in dem für 2014 von der Robert Bosch Stiftung geförderten Projekt "RUMI - Poetry of the heart" (auf der Suche nach Gemeinsamkeiten zwischen Christentum und Islam ) mit großem Engagement von den Schüler(inne)n an den KLA und der "Eram Zeki Özdemir Anadolu Lisesi" in Konya/Türkei aktiv praktiziert.

Bereits in den 80er- Jahren haben die KLA mit Partnern in Florenz und Lissabon im Zuge von EU-Modellversuchen Kommunikationsmodelle für eine antirassistische Erziehung entwickelt, die in der Zusammenarbeit mit den Partnern vor Ort starke Beachtung gefunden haben. Das anschließende  EU-Modell "EINE SCHULE FÜR ALLE", mit Partnern in Ungarn, Portugal und Italien, wurde von der EU mit "sehr gut" bewertet. 2014 wurde das letzte COMENIUS-Modell "Another Road To European Integration And Citizenship" mit Partnern in der Türkei, Spanien, Estland, Polen und Österreich abgeschlossen. Im Folgeprogramm ERASMUS+ nahmen die KLA seit 2015 mit Partnern aus Italien und Spanien am Projekt PACE teil. Die Grundidee ist, die jungen Leute im Projektmanagement zu schulen, Grundkenntnisse in der Unternehmensgründung, insbesondere im Tourismusbereich, zu erarbeiten, die Wertschätzung der eigenen Region zu verstärken und den regionalen Tourismus zu fördern. PACE steht für PROMOTING EMPLOYABILITY THROUGH ENTREPRENEURIAL ACTIONS IN CROSS-BORDER STUDENT ENTERPRISES.

Schulpartnerschaften nach Westafrika und Partnerschaften zu selbstorganisierten Initiativen nach Südafrika unterstützen die ANGENDA 21-Philosophie des lokalen Handelns und globalen Denkens. Wir haben jährlich Gäste aus Südafrika oder Indien an der Schule um den internationalen Sound der KLA zu stärken. Seit 2008 ist die KLA eine Schulpartnerschaft mit dem "Auroville Institute of Apllied Technology" in Irumbai/Auroville/ Bundesstaat Tamil Nadu in Südindien eingegangen. Jährlich besuchen wir die Partnerschule um dort Workshops zu geben und gemeinsame Projekte zu entwickeln.

Im Beruflichen Gymnasium Wirtschaft wird seit 2013 eine Schulpartnerschaft mit dem Oberstufenzentrum Handel in Berlin Kreuzberg, Wrangelstraße, zum Anlass genommen, gemeinsame Projekte im Leistungskurs Wirtschaftsinformatik zu betreiben, die im gegenseitigen Austausch (sowohl online als auch direkt mit Besuchen vor Ort) das Miteinander und die Teamfähigkeit schulen und fördern. Auch Betriebspraktika (nicht nur vor Ort, sondern auch in europäischen Metropolen) gehören ebenfalls seit vielen Jahren zum Schulalltag.

Kurz vor Abschluss (Stand: 2017) steht die Partnerschaft zu einer polnischen Schule.

Auch im öffentlichen Raum der Stadt Bremerhaven übernehmen die KLA Verantwortung für jugendkulturelle Impulse. Verschiedene kleinere und große Events tragen zum Miteinander und zur Akzeptanz von Verschiedenheit bei.